Schulleben

Unterrichtsgestaltung

Die Jakob-Moreno-Schule fördert Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten „Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“. Sie nimmt Schülerinnen und Schüler aus den Städten Gummersbach, Bergneustadt, Wiehl sowie aus den Gemeinden Engelskirchen, Marienheide und Reichshof auf, die aufgrund ihrer Lern- und Verhaltensprobleme den Anforderungen der allgemeinen Schule nicht entsprechen können und besonderer Förderung bedürfen.

Die Ursachen hierfür sind sehr vielfältig und liegen in den unterschiedlichen Bereichen wie im medizinischen, psychischen und/oder auch im sozial-familiären Bereich. Sie werden meist noch verstärkt durch gesellschaftliche Faktoren. So unterschiedlich die Ursachen sind, in der Summe führen sie dazu, dass unseren Schülerinnen und Schülern das Lernen an der Allgemeinen Schule schwer fällt. Viele von ihnen sind durch Misserfolgserlebnisse entmutigt und haben demzufolge ein so negatives Selbstbild entwickelt, dass sie sich auch in den Handlungsfeldern für unfähig halten, in denen sie durchaus leistungsfähig wären.

 

Schulausflüge/Klassenfahrten

Schulausflüge und Klassenfahrten haben an unserer Schule eine bewährte und gewinnbringende Tradition. So wird das Schuljahr durch regelmäßig wiederkehrende gemeinsame Ausflüge, wie dem Eislaufen oder Wandertagen bereichert, aber auch durch klasseninterne Erkundungen, Ausflüge oder Fahrten. So finden hier Tagesausflüge in Anlehnung an Unterrichtsinhalte, im Rahmen der Berufsvorbereitung oder als abenteuerpädagogische Maßnahme mit Unterstützung von externen Kooperationspartner statt.

Ein besonderes Highlight sind mit Sicherheit die Klassenfahrten, die entsprechend der jeweiligen Altersstufe geplant und durchgeführt werden. Dies geht von kleineren Touren mit wenigen Übernachtungen bis hin zu großen Fahrten, wie die Fahrten in der Oberstufe nach Berlin, bei denen wir die Hauptstadt, den Bundestag und einzelne Politiker kennen lernen oder auch die immer wiederkehrenden Fahrten nach Ameland.

 

Elternarbeit

Die Elternarbeit in unserer Schule ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit und zeigt sich in unterschiedlichen Formen.

Neben zwei mit der Zeugnisausgabe verbundenen Elternsprechta­gen pro Schuljahr laden wir zu einem dritten Elternsprechtag ein, den wir für die Ober­stufe als Schülersprechtag nutzen. Wir sind in ständigem Kontakt, so erhalten die  Eltern die privaten Telefonnummern der Kolleginnen und Kollegen, um im Bedarfsfall über den schulischen Betrieb hinaus wich­tige  Absprachen treffen zu können. Unsere Elterngespräche führen wir in einer Atmosphäre von Echtheit und Offenheit und zeigen Wertschätzung und Verständnis für die individuelle Situation des Gesprächs­partners. Neben den unterschiedlichsten Gesprächskontakten mit den Eltern bietet unsere Schule Begegnungsmöglichkeiten  bei Sommerfesten, Weihnachts­feiern, Karnevalsitzungen, Vernissagen zu Kunstprojekten, bei Frühstücken mit Eltern in der Klasse,  Abschlussfeiern der Klassen 10, u.ä., wodurch Eltern Einblicke in unser Schulleben gewinnen und informelle Gespräche geführt werden können.

Wir beraten Eltern in Erziehungs- und Bildungsfragen und unterstützen sie bei der Anbahnung von Kontakten zu außerschulischen Institutionen.  Hier stehen die Fördermöglichkei­ten in den unterschiedlichen Bereichen, abhängig von der individuellen Situation des Kindes, im Vordergrund wie zum Beispiel Ich-Stärke, Kommunikations- und Sozialverhalten, sowohl im familiären Rahmen, als auch in den Bereichen Schule, Arbeitswelt und Freizeit. Bei besonderen familiären Problemlagen orientieren wir uns an der Priorität des Kindeswohls. 

Ein besonderer Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit den Eltern ist die Berufsorientierung in der Oberstufe.

 

Berufsvorbereitung

In der Klasse 9 erhalten Schüler durch ein Kooperationsabkommen mit dem Steinmüller-Bildungszentrum in Gummersbach die Gelegenheit, bereits frühzeitig Erfahrungen in der beruflichen Realität einer Metallwerkstatt zu sammeln und hierbei noch praxisbezogener an ihren „Schlüsselqualifikationen“ Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Arbeitsorganisation, Konfliktfähigkeit etc. zu arbeiten, welche wichtige Voraussetzungen für späteren beruflichen Erfolg sind. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Ausbildern, Schulsozialarbeitern und Lehrern unterstützt die Jugendlichen dabei, dieses Angebot für sich gewinnbringend zu nutzen.

Im Rahmen der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss (KaoA)“ der BA und des MSW werden in der gesamten Oberstufe diese Möglichkeiten noch ausgebaut. Auch hierbei wird unseren Schülerinnen und Schülern durch eine Kooperation mit dem CJD-Gummersbach die Gelegenheit gegeben, Praxiserfahrungen möglichst frühzeitig zu erwerben und zu vertiefen. Dieses Projekt wird an anderer Stelle detaillierter erläutert. Koordiniert wird diese Zusammenarbeit von der Schulsozialarbeiterin.

Durch die Einrichtung des Berufsorientierungsbüros an der Jakob-Moreno-Schule, in dem sich die Schulsozialarbeiter engagieren, kann die praxisbezogene Vorbereitung im Hinblick auf die Berufswelt an unserer Schule noch individueller und vertiefender gestaltet werden. Ergänzende Unterrichts- und Praxismodule werden in Kooperation mit den beteiligten Klassenlehrern, bzw. Fachlehrern entwickelt und umgesetzt.

Zahlreiche und intensiv durch die Schulsozialarbeiter und Lehrer begleitete Betriebspraktika liefern den Jugendlichen Lernerfahrungen und detaillierte Informationen über ihre individuellen Möglichkeiten und Grenzen. So können sie in der Reflexion mit ihnen konkrete und realistische berufliche Vorstellungen entwickeln.

Zusammen mit Lehrerinnen und Lehrern, Sozialarbeitern und einem Berater der Agentur für Arbeit erarbeiten wir mit Eltern und Schülerinnen und Schüler ein individuelles berufliches Konzept, das als erster wesentlicher Schritt im Vorfeld der eigentlichen Berufswahl zu einer konkreten beruflichen Fördermaßnahme des Arbeitsamtes führt.

Dieser Beratung folgt immer auch eine Besichtigung der vorgeschlagenen Betriebe, der berufsvorbereitenden Lehrgänge oder der beschützenden Werkstätten, welche die Schulsozialarbeiter organisieren und begleiten. Hierbei können  Erwartungen oder Ängste gemeinsam mit den Jugendlichen und ihren Eltern sowie den  Vertretern der Träger geklärt werden.

Eine individualisierte Begleitung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern in Planungs- und Entwicklungsgesprächen, bei Beratungsgesprächen und auch mit dem Psychologischen Dienst der Agentur für Arbeit, hilft bei der gezielten Auswahl der geeigneten beruflichen Felder.

Ziel bleibt dabei immer, den Schülern und Schülerinnen ihren schwierigen Übergang in eine weitgehend gesicherte berufliche Zukunft zu ermöglichen und zu erleichtern. Die Achtung ihrer individuellen Persönlichkeit, sowie ihrer Fähigkeiten und Wünsche sind Leitlinie unserer Beratung.

Weitere Informationen und eine Übersicht finden Sie hier.

 

Sozialarbeit

Wegen des umfänglichen Förderbedarfs unserer Schülerinnen und Schüler ist die Schulsozialarbeit an der Jakob-Moreno-Schule ein fester Bestandteil der schulischen Arbeit und eingebettet in das tägliche Schulgeschehen. Durch ihr breit gefächertes Engagement lernen Schülerinnen und Schüler, Lehrer, aber auch die Eltern, unsere Schulsozialpädagogin und unseren Schulsozialarbeiter als verlässliche Ansprechpartner kennen. Grundlagen ihrer Angebote sind eine hohe fachliche Qualität ihrer Arbeit, aber auch das gegenseitige Vertrauen, das sich aus der regelmäßigen Begegnung mit Schülern, Kollegen und Eltern entwickelt.

An einer Förderschule mit den Förderschwerpunkten „Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“ gibt es eine Vielzahl von Arbeitsschwerpunkten, die die Lehrerinnen und Lehrer aus fachlichen, aber auch arbeits- und zeitökonomischen Gründen alleine nicht bewältigen können. Schulsozialarbeit übernimmt in diesen Bereichen entlastende, ergänzende und intensivierende Funktionen. Besondere Schwerpunkte bilden hierbei der Bereich der Berufs- und Lebensorientierung ab der Klasse 8 und die Begleitung unserer Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Schule in den Beruf.

Gerade an der Nahtstelle zwischen Schule und Beruf fühlen sich viele Schülerinnen und Schüler unseres Schultyps mit Neuorientierung, Entscheidungsfindung und Schwellenängsten konfrontiert und verunsichert. Daher beginnt in unserer Schule in der Klasse 8 eine intensive Phase der Berufs- und Lebensorientierung, in welche die Schulsozialarbeit stark eingebunden ist. Insbesondere die Teilnahme an verschiedenen, von außerschulischen Partnern angebotenen Projekten zur Berufsvorbereitung,  wird über das Berufsorientierungsbüro durch die Schulsozialarbeiterin organisiert, aber auch inhaltlich, im Rahmen des Arbeitslehreunterrichtes, vor- und nachbereitet. Die intensive Begleitung der Schülerinnen und Schüler  innerhalb der Projekte ist eine wichtige Aufgabe der Schulsozialarbeiter.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Schulsozialarbeiter ist die individuelle Beratung der Kinder und Jugendlichen in persönlichen Notlagen, die sowohl im privaten, als auch im schulischen Umfeld liegen können. Hier sind die Schulsozialarbeiter verlässliche Gesprächspartner, die den Schülerinnen und Schülern zur Seite stehen, um mit ihnen gehbare Wege zu erarbeiten. Einige unserer Schülerinnen und Schüler leben in sehr schwierigen und konfliktbeladenen Verhältnissen oder haben sehr belastenden Lebenserfahrungen gemacht. Sofern diese jungen Menschen weitergehende Hilfe und Unterstützung z.B. durch die Vertreter der Jugendhilfe oder Beratungsstellen benötigen, kooperieren die Sozialarbeiter mit diesen außerschulischen Institutionen und begleiten die Jugendlichen dabei. Sie sind auch bei Bedarf bei Eltern- sowie Jugendhilfeplangesprächen anwesend und führen Hausbesuche durch. Bei allen Fragestellungen erfolgt eine Zusammenarbeit mit allen Kollegen.  

Für einzelne Kinder und Jugendliche, die individuelle Beratungsgespräche wünschen oder brauchen, steht unsere Schulsozialarbeiterin, die ausgebildete Systemische Familientherapeutin ist, in Absprache mit den Klassenlehrern als Unterstützung zur Verfügung. Unser Schulsozialarbeiter führt heilpädagogische Interventionen als Einzelfallhilfe mit Kindern und Jugendlichen durch. Diese Begleitungen erfolgen bei Bedarf regelmäßig, auch über längere Zeiträume, stellen die Bedürfnisse und den Schutz der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt und haben immer zum Ziel, ihnen dabei zu helfen, schwierige Lebenssituationen bewältigen zu können.

Ganzheitliches, kreatives und bewegtes Lernen - Hand-Werk-Lernen